SOMMERAUSGABE 2024
02 | 2024
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SOMMERNACHTSTRÄUME IN DEN MEDIEN

Wie Literatur und Musik den Sommer zelebrieren

VON ANDREAS UNTERBERG

Der Sommer hat in der Welt der Kunst und Literatur seit jeher eine besondere Bedeutung. Wir alle kennen z.B. die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare aus dem Jahr 1600. Der Sommer ist die Zeit der Liebe, der Abenteuer und der Selbstfindung – Themen, die Autoren und Musiker seit Jahrhunderten inspirieren. Wir wollen einen Blick darauf werfen, wie der Sommer in Büchern, Liedern und Filmen dargestellt wird und welche Werke die essentielle Sommerstimmung besonders gut einfangen.

DIE LITERARISCHE SONNE

Die literarische Welt bietet eine reiche Palette an Sommerdarstellungen, die von der lauen Leichtigkeit bis hin zu tiefgreifenden Lebensveränderungen reichen. Ein klassisches Beispiel ist "Der Sommer ohne Männer" von Siri Hustvedt, der nicht nur durch seinen Titel den Sommer einfängt, sondern auch eine Geschichte von persönlichem Wachstum und Neuanfang erzählt, die sich während der Sommermonate entfaltet. Ein weiteres bemerkenswertes Werk ist "Sommerbücher" von Tove Jansson, eine Sammlung von Geschichten, die in der magischen Sommerlandschaft Skandinaviens angesiedelt sind und die ephemere Natur der Jahreszeit einfangen.

Einen ganz anderen Ansatz wählt Scott Fitzgerald in "Der große Gatsby", in dem der Sommer als Kulisse für eine Geschichte von Dekadenz, idealisierten Träumen und unausweichlichem Niedergang dient. Der Sommer intensiviert die Handlung und die emotionale Landschaft des Romans, was ihn zu einer zeitlosen Sommerlektüre macht.

SOMMERKLÄNGE IN DER MUSIK

In der Musik wird der Sommer oft als eine Zeit der Freiheit und des unbeschwerten Genusses dargestellt. Klassiker wie "Summertime" von George Gershwin, aus der Oper "Porgy and Bess", und Mungo Jerry’s "In the Summertime" oder „Summer in the City“ von The Lovin‘ Spoonful und „Summerwind“ von Frank Sinatra sind Inbegriffe sommerlicher Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Diese Lieder nicht nur die Hitze und das Licht des Sommers, sondern auch das Gefühl von Jugend und Freiheit, das viele mit dieser Jahreszeit verbinden.

Moderne Künstler wie Lana Del Rey mit "Summertime Sadness" oder Calvin Harris' "Summer" nutzen den Sommer ebenfalls als Motiv, allerdings oft mit einer melancholischeren oder nachdenklicheren Note. Diese Songs spiegeln die Komplexität und die dualen Gefühle wider, die der Sommer auslösen kann: einerseits die Freude über die Sonne, andererseits aber auch eine Art Wehmut, die mit der Vergänglichkeit dieser perfekten Tage einhergeht.

Auch im Schlager finden sich sehr viele Titel zum Thema Sommer. Ob Wolfgang Petry und „Sommer in der Stadt“, „Supersommer“ von Vincent Gross, „Sommernacht in Rom“ von G.G. Anderson oder „Sommer im November“ von Claudia Jung. 

FILME UNTER DER SONNE

Auch das Kino hat sich den Sommer immer wieder zum Thema gemacht. Filme wie "Call Me by Your Name" von Luca Guadagnino, der in einem sonnengetränkten italienischen Sommer der 1980er Jahre spielt, zeigen, wie die Jahreszeit die Intensität und Flüchtigkeit junger Liebe verkörpert. Der Film nutzt die idyllische Sommerkulisse, um eine tiefgehende Geschichte über Erwachen und Herzschmerz zu erzählen.

Ein Klassiker des Sommerkinos ist auch "Die Schwimmerinnen" von Robert Altman, der in der schillernden Atmosphäre eines kalifornischen Sommerlagers angesiedelt ist und die Lebenswege einer Gruppe junger Frauen verfolgt. Der Film fängt die Essenz des Sommers als eine Zeit der Entdeckung und persönlichen Entfaltung ein.