Hallo liebe Kathrin. Wie schön, dass du dir heute Zeit für unsere Fragen nimmst. Vorab erst einmal Glückwunsch! Du hast gerade mit deiner Agentur den „German Design Award“ gewonnen, eine international anerkannte Auszeichnung. Das klingt nach einer wahnsinnig aufregenden Zeit für dein Team und dich. Wie fing denn alles an, berichte uns das gerne einmal.
Dankeschön und ja, es war und ist wirklich eine spannende Zeit. Den Award haben wir mit unserem Corporate Designkonzept für das Kulturzentrum Gleispark Oldenburg gewonnen, in der Kategorie „Excellent Communications Design - Corporate Identity“.
Wow! Wie toll, dass ihr diesen Award nach Oldenburg geholt habt. Wie kam denn das Konzept zustande? Und verrätst du uns auch etwas über den kreativen Prozess und die Idee dahinter?
Total gerne. Zuerst haben wir uns ins Gedächtnis gerufen – was ist der Gleispark im Detail und welche Werte stehen dahinter. Der Gleispark ist ein Veranstaltungsort, urban gelegen und neben Events, findet man vor Ort auch den klassischen Gastronomiebetrieb. Unverwechselbar für den Ort des Zusammenseins sollten zudem Werte wie Genderneutralität sein. Zudem setzt sich der Gleispark für die Förderung von Nachhaltigkeit ein und verkörpert zudem eine lebendige Kultur, die insbesondere fürs Lautwerden nach den Corona-Jahren steht.
Das sind so wichtige Werte und es tut gut zu wissen, dass genau diese Orte geschaffen werden. Allerdings stelle ich mir den Prozess, das alles in eine Marke und vor allem in ein Design zu integrieren, wirklich komplex vor.
Das ist es auch. Doch genau deshalb liebe ich die Entwicklung von Designkonzepten, wie für dieses Projekt. Hier steckt natürlich auch viel Leidenschaft für die Idee des Gleisparks generell drin. Das spiegelt sich dann in der Arbeit wider und mit dem Design im besten Fall auch in der Außenwahrnehmung.
Deine Leidenschaft spürt man! Im Gespräch und wie ich finde, auf jeden Fall auch im Design. Beschreib uns doch einmal die Elemente des Logos.
Gerne. Das Logo verbindet die On- und Offlinekommunikation. Es steht für das Gefühl anzukommen und sich wohlzufühlen. Ein Bahnhof ist ja grundsätzlich ein emotionaler Ort. Man bricht auf zu Neuem oder kommt nachhause zum Vertrauten. Im Logo selbst ist das Gleisbett zu erkennen und zudem auch eine Treppe. Über die man auch zum Gleispark gelangt. Wichtig war uns vor allem, dass das Logo authentisch gestaltet ist und das gesamte Konzept diese Authentizität ausstrahlt. So wünschen wir uns, dass sich möglichst viele Besucher:innen damit identifizieren können. Zudem lässt sich noch sagen, dass sich das Logo durch die klaren Formen und die cleane Farbwelt sehr gut anpassen lässt – nahezu egal welches Format oder Medium.
Wie spannend und einige deiner beschriebenen Elemente, sind mir auch wirklich direkt beim ersten Betrachten aufgefallen. Wenn man das jetzt so alles von dir hört, fühlt man die Gleispark Identität gleich noch viel mehr, vor allem, wenn man den einzigartigen Kulturort kennt.
Das freut mich wirklich sehr zu hören. Es stehen auch tolle Events an in diesem Frühling und Sommer. Schaut unbedingt auf der Gleispark Website vorbei.
Da klicken wir uns direkt nach dem Interview rein – haben schon etwas von „Yoga und Brunch“ gelesen im Mai, was traumhaft klang. Doch noch einmal zurück zu dir. Du bist ja wirklich eine Inspiration – eine Menge wertvoller Arbeitserfahrungen im Agenturleben, dein eigenes Business mit einem talentierten Kreativteam, Mama von zwei Kindern. Chapeau! Was ist deine geheime Formel, das alles unter einen Hut zu bringen und die Work-Life-Balance dabei nicht außer Acht zu lassen?
Eine geheime Formel hätte ich dafür auch gerne. Ich denke bei mir hilft vor allem die Lebenseinstellung und die Sicht auf meinen Beruf. Die Projekte, die ich annehme, gehe ich mit voller Leidenschaft an und liebe was ich tue. Allerdings ist die Work-Life-Balance, vor allem aus der Eltern-Perspektive, eine ständige Herausforderung und etwas, das man immer wieder aufs Neue ins Gleichgewicht bringen sollte.
Das kann ich aus Mama-Sicht nur unterschreiben. Hast du denn einen wertvollen Tipp, wie man diese Balance im besten Fall nachjustiert?
Bei mir fängt es schon mit kleinen Dingen an, die für mich eine große Wirkung haben. Wenn ich zum Beispiel den Nachmittag mit den Kindern bei uns zuhause verbringe, dann wechsele ich gerne direkt nach dem Ankommen meine Kleidung. Das hilft mir den Arbeitstag auf gewisse Weise abzulegen und auf Freizeit umzuschalten.
Es klingt so simpel, dabei vergesse ich das so oft. Ein wertvoller Tipp. Danke dafür.
Sehr gerne. Meistens lege ich dann auch direkt das Handy weg. Teilweise checke ich Mails, um einen groben Überblick zu haben und den nächsten Tag planen zu können, doch beantwortet werden diese in der Regel am nächsten Tag.
Es ist so wichtig, dass du uns das hier erzählst. Man kann eben doch beides auf gesunde Art vereinen – Familie und Selbstständigkeit. Das ist eine wahre Inspiration.
Es freut mich, dass du das so siehst. Ich gebe mein Bestes in Sachen Work-Life-Balance. Natürlich gibt es die Tage, an denen das sehr gut funktioniert und Momente, da schalte ich auch schon mal abends den Laptop wieder an. Der Mix macht es aus und die Flexibilität, die mir durch die Selbstständigkeit gegeben ist, die möchte ich nie wieder missen.
Das glaube ich direkt. Wann hast du deine Agentur genau gegründet?
Die Stroh Designagentur wurde 2017 gegründet. Was als meine Sologeschichte anfing, ist mittlerweile zu einem festen Netzwerk-Team aus Grafik, Illustration, Fotografie und noch weiteren Bereichen gewachsen.
Das klingt richtig gut. Vor allem auch nach Support in der Branche untereinander. Hast du zum Schluss noch einen Tipp für den Start in die Selbstständigkeit?
Das Wichtigste ist wohl, dass man sich einfach trauen sollte diesen Schritt zu gehen. Man kann nie alles perfekt vorab planen, es kommt vieles mit der Zeit und vor allem auch mit einem wachsenden Netzwerk an tollen Leuten mit wertvollen Tipps um einen herum. Außerdem sollte man nie vergessen – man kann das nicht 1:1 mit dem Berufsverhältnis, in dem man vielleicht zur Zeit angestellt steckt, vergleichen. Es ist enorm welche Dynamik durch die Freiwilligkeit entsteht und durch die Freiheit den Tag so zu planen, wie man es möchte. Da sitze ich auch gerne mal morgens am PC und arbeite an einem Konzept, während die Kinder noch schlafen.
Das hast du schön beschrieben und Respekt von uns fürs frühe Aufstehen – das klingt wirklich nach hoher Disziplin, allerdings auch noch einer Motivation von innen heraus, da muss ja Leidenschaft der Motor sein.
Ja so ist es wirklich. Zudem sagen viele ja, dass man in die eigene Selbstständigkeit jede freie Minute hineinstecken „muss“. Doch sobald man erst diesen Schritt gewagt hat, merkt man schnell, das möchte man auch und es fällt so viel leichter als in jedem Job davor.
Das sind motivierende Worte zum Schluss unseres Interviews. Vielen Dank für das sehr inspirierende Gespräch mit dir und dass du dir heute Zeit für uns genommen hast.
Sehr gerne! Danke auch an euch für das nette Gespräch.